Heippa Rovaniemi

P1030483

Am Samstag früh war es soweit. Ich musste mit Sack und Pack wieder nach Hause.

Früh um 3 stellte ich mir meinen Wecker, machte mich fertig und packte meinen Koffer zu Ende. Nach dem ich mir einen Tee gemacht hatte, standen meine beiden Mitbewohner extra früh auf, um sich von mir zu verabschieden.

Schweren Herzens ging ich mit den beiden nach draußen, um auf das Taxi zu warten. Als es kam, verabschiedete ich mich von beiden und hieß sie willkommen in Berlin, falls sie mich einmal besuchen kommen wollen.

Mit dem Taxi ging es zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin genoss ich, das letzte Mal, die schöne Aussicht, der schönen Stadt Rovaniemi und ließ noch einmal kurz alles was ich erlebt hatte Revue passieren. Ich hab teilweise immer noch das Gefühl, dass ich gestern erst angekommen bin. Aber nun muss ich leider auch schon wieder nach Hause.

Am Flughafen angelangt, gab ich ohne Probleme meinen Koffer ab und wartete auf eine meiner nun ehemaligen Arbeitskolleginnen, die an dem Tag zur Helsinki-Buchmesse fliegen wollte. Nach dem ich sie wenige Minuten später begrüßte, gingen wir durch die Sicherheitskontrolle, warteten einige Minuten und flogen dann nach Helsinki. Ich war ganz froh, wenigstens einen Flug nicht alleine fliegen zu müssen. So hatte ich für die erste Stunde einen Gesprächspartner.

In Helsinki angelangt wartete sie mit mir bis ich in die nächste Maschine einsteigen konnte. Wieder verabschiedete und bedankte ich mich von ihr und flog wieder zurück nach Berlin.

Als ich in Berlin angelangte freute ich mich sehr, dass mein Freund mich abholte und fuhr mit ihm nach Hause.

Es ist wirklich ein sehr merkwürdiges Gefühl nach so langer Zeit wieder in Deutschland zu sein, wo jeder um dich herum deutsch spricht und die Menükarten in deutsch sind, aber langsam gewöhne ich mich wieder daran ;).

Abschließend möchte ich sagen, dass das Auslandspraktikum wirklich riesigen Spaß gemacht hat. Ich kann jedem nur herzlichst empfehlen solch eine Erfahrung zu machen. Mich hat es selbstständiger und selbstbewusster gemacht. Außerdem bin ich von meiner Gastorganisation so herzlich aufgenommen worden, dass ich mich als Mensch akzeptiert gefühlt habe. Ich habe die Möglichkeit bekommen eine ganz andere Kultur kennenzulernen, durfte dem Weihnachtsmann die Hand schütteln und habe einige meiner Stärken entdeckt.

Nun heißt es Tschüß – Heippa Rovaniemi!

Advertisements

Syntymäpäivä

P1030469

Nach dem ich am Freitag meine Präsentation vorgestellt hatte, bekam ich von meiner Gastorganisation wunderschöne Ohrringe mit dem Samensymbol der Sonne geschenkt. Dieses Symbol soll mir für meinen weiteren Lebensweg Glück bringen. Am Vortag bekam ich von einer ehemaligen Kollegen von der ich mich leider vor einigen Wochen verabschieden musste die passende Kette geschenkt. Nun ist meine Kollektion komplett und ich freue mich riesig darüber :).

Im Anschluss aßen wir den Käsekuchen und mir wurde ganz herzlich zum Geburtstag gratuliert. Ich hatte einmal durscheinen lassen, dass ich die finnische Schokolade „Geisha“ sehr mag, weshalb eine ganze Schüssel voll mit der Süßigkeit auf dem Tisch stand. Als Dankeschön für das schöne Praktikum schenkte ich meiner Gastorganisation Kaffee, Kinderriegel, Milkaschokolade und eine Merci-Packung. Die Kinderriegel waren am begehrtesten :P.

Anschließend beendete ich alle meine angefangenen Aufgaben, regelte mit Outi das Organisatorische und räumte meinen Arbeitsplatz frei.

Dann war es Zeit für den Abschied. Ich ging in jeden Raum der jeweiligen Arbeitskollegen und verabschiedete und bedankte mich für alles. Jeder meiner Kollegen umarmte mich herzlich zum Abschluss und wünschten mir alles Gute. Falls ich einmal nach Rovaniemi zurückkommen sollte, wäre ich sehr willkommen. Ich werde definitiv einmal nach Rovaniemi zurückkommen, alleine um das Weihnachtsspektakel einmal im Winter zu erleben.

Ich hatte wirklich eine sehr schöne Zeit in der Lapin Yliopisto Kirjasto und möchte mich hier ganz herzlich bei meiner Gastorganisation bedanken, dass diese meine Reise möglich gemacht haben und mich bei so vielen Dingen unterstützt haben!

Nach dem großen Abschied meiner Arbeitsstelle ging ich nach Hause um zu packen. Dort begrüßte mich eine meiner Mitbewohnerinnen, um mir ganz herzlich zum Geburtstag zu gratulieren.  Wir gingen anschließend zum Mexikaner und trafen dort meine andere Mitbewohnerin, um meinem Geburtstag zu feiern und den letzten Tag gemeinsam zu verbringen. Es war wirklich sehr süß, dass mich beide zur Feier des Tages einluden.

So verbrachte ich meinen letzten Abend und genoss noch einmal die letzten Stunden in Rovaniemi und im Schnee, bevor es wieder in die warme Heimat ging.

Meine Präsentation

Heute morgen stellte ich meinem Kollegium eine Präsentation vor.

Ich begann zuerst das deutsche Schulsystem vorzustellen. Mir wurde erklärt, dass das finnische Schulsystem recht ähnlich ist, nur das es in Finnland keine Unterteilungen in Realschule, Hauptschule und Gymnasium gibt. Ich persönlich finde die finnische Variante wesentlich besser. Kann ich mich noch zu gut daran erinnern, als es in der 6. Klasse hieß ich sei nicht gut genug für das Gymnasium..

Danach erzählte ich etwas über den Beruf des FaMIs und meiner Schule.

Das Kollegium freute sich sehr über die Blogeinträge und über die Bilder, die wir uns zum Schluss meiner Präsentation anguckten.

Danach gab es Käsekuchen,  den ich zum Abschluss meines letzten Tages gebacken hatte, Tee und natürlich Kahvi. Ob der Kuchen wirklich geschmeckt hat weiß ich nicht, aber es kamen immerhin gute Zusprüche :).

Santa Sport

Am Mittwoch wurde ich von einer Kollegin zum Schwimmen eingeladen, weil ich ihr offenbarte das ich kein großer Fan vom Saunen bin. Finnen akzeptieren nicht, wenn man keine Saunen mag ;).

Sie holte mich deshalb abends mit ihrer kleinen Tochter am Lordi Square mit dem Auto ab. Wir fuhren über die Jätkänkyntälläbrücke zum Ounasvaara, wo das Santa Sport Zentrum liegt.

Dort angelangt, zahlte ich einen recht günstigen Preis (für Finnland!) für das Schwimmbad. Meine Kollegin zeigte mir danach, wie ich mich für das Saunen vorbereiten müsste. Dazu gibt es eine Art riesiger Küchentücher, die als Sitz für die Sauna benutzt werden sollen. Ich sollte mich abduschen, bis ich  komplett nass war. Danach ging es in die Sauna… und wer hätte das gedacht, die Finnen wissen anscheinend doch eher, wie Saunen richtig benutzt werden. Heißt, ich fand es wirklich gut und finde es wirklich schade, dass ich in Berlin wohl nicht mehr die Möglichkeit dazu haben werde. Außerdem werden Frauen und Männer getrennt!

Nach dem kurzem Saunagang (vllt 5-10 Minuten) gingen wir in die Schwimmhalle. Meine Kollegin brachte ihrer kleinen Tochter das Schwimmen bei, während ich im großen Becken schwamm und im Whirlpool entspannte. Später kamen beide dazu und zeigten mir ein Becken, dass wohl sehr gut für die Gesundheit sein soll.

Das erste Becken ist eiskalt (6-7 Grad), danach hab ich nichts mehr gefühlt, als ich bis zu den Schenkeln in dem Wasser stand. Weiter hinein wollte ich nicht unbedingt! Darauffolgend kommt ein etwas wärmeres Becken, bei dem meine Beine langsam wieder auftauten. Das letzte Becken hatte ungefähr 34 Grad und war wohl das beste und entspannendste Becken für mich.

Anschließend gingen wir noch einmal in die Sauna und fuhren dann heim.

Porofarmi

 

P1030450

Es ist schon lange Tradition der Lapin Yliopisto Kirjasto mit den Auslandspraktikanten eine Reise zum Weihnachtsmann zu machen, wenn die letzte Praktikumswoche begonnen hat. Allerdings war ich nun schon zwei Mal beim Weihnachtsmann, weshalb mich meine Kontaktperson fragte, ob ich vielleicht andere Ideen hätte. Nach nicht allzu langer Überlegung fiel meine Wahl auf eine Rentierfarm(Porofarmi).

Deshalb fuhren wir heute mit dem Auto und einigen meiner Kollegen zu dieser Farm. Ein Guide erzählte mir einiges über die Samenkultur und wie diese früher lebten. Der Guide war beeindruckt über mein vorher angereichtertes Wissen der Samen-Kultur.

Anschließend gingen wir langsam eine kleine Holztreppe hinunter. Langsam weil es über Nacht erneut geschneit hatte und die Treppe von der Schneedecke überhaupt nicht zu erkennen war.

Unten angelangt, holte er das Futter für die Rentiere und öffnete das Gatter. Die Rentiere kamen augenblicklich angestürmt. Ich fand es etwas beängstigend, wenn ein Rentier mit einem so großen Geweih auf mich zurennt. Aber die Tiere kämpfen nur untereinander mit den Hörnern und sind bei Menschen erstaunlich vorsichtig.

Mir wurde einiges über die Rentiere erzählt. Im Winter ist beispielsweise das Fell viel heller, als im Sommer, um sich vor Feinden zu schützen. Außerdem geben Rentiere ein Klickgeräusch ab, wenn diese durch die Wälder laufen. Falls andere Rentiere diese Klickgeräusche hören, können die Tiere beruhigt weiter grasen. Im Winter wird das Geweih des Rentieres abgestoßen. Dies kann teilweise bluten, tut dem Rentier aber nicht weh. Ich fand es auch interessant, dass die meisten Rentiere für die Pfade im Wald verantwortlich sind (nicht die Menschen!). Die Tiere laufen dann wie ein Zug hintereinader weg und machen einen Tramplepfad.

Nach dem der Guide mir wirklich jede Frage beantwortete und stolz von seinen Tieren erzählte, zeigte er uns eine typische Samen Hütte (Goahti). In der Hütte schliefen, aßen und wärmten sich alle Samen rund um ein Feuer. Es gibt ein Loch im Dach der Hütte, damit der Rauch aus der Hütte ziehen kann. Besucher durften meist nur in der Nähe der Tür schlafen, dem meist kältesten Ort der Hütte. Besucher waren anscheinend nicht sehr willkommen bei den Samen.

Danach ging er mit uns in eine weitere Hütte und bot uns Tee oder Kahvi an. Es hängen einige Felle an der Wand der Hütte. Der Guide fragte mich, welche Fälle von welchem Tier stammen. Wieder war er sehr begeistert über mein Wissen :). Danach erklärte er mir etwas über die Handarbeit der Samen. Fischernetze, Tassen oder Nähzeug wurden aus Holz angefertig. Außerdem wurde auch wirklich nur das von der Natur genommen, was die Samen wirklich benötigten.

Nach diesem wirklich sehr lehrreichen und schönen Tag mit einigen meiner Kollegen fuhren wir wieder in die Bibliothek zurück.

Oulu Osa Kaks

P1030377

Am Samstag fuhr ich mit meiner Mitbewohnerin erneut nach Oulu, weil ich an meiner ersten Reise nicht wirklich viel von der Stadt sehen konnte. Morgens um halb 10 erreichten wir Oulu und wurden von einer Schneedecke begrüßt, die so hoch war, dass ich meine Schuhe nicht mehr sehen konnte.

Als erstes liefen wir durch den hohen Schnee zum Market Square. An diesem Tag gab es leider keine Verkaufsstände. Ich vermute es ist den Finnen dann doch zu kalt, wenn diese den ganzen Tag draußen stehen müssen. Finnen haben ein wirklich anderes Kältegefühl als Mitteleuropäer. Eine Kollegin meinte mal zu mir, als es -7 Grad draußen waren, dass ihr zu warm ist und sie deshalb mit Fahrrad zur Arbeit fährt. Nun gut, ich bin auf meinem Fahrrad halb erfroren ;).

Am Market Square gibt es eine Markthalle, in der Fisch, Fleisch und Obst verkauft wird. Sogar zu einem annehmbaren Preis. Nach dem ich mir eine Wurst aus Elchfleisch gekauft hatte, verließen wir die Markthalle wieder und liefen an dem Marktpolizisten vorbei. Der „Toripolliisi“ bildet einen etwas korpulenten Polizisten nach. Früher gab es einen Polizisten der auf dem Markt für Ruhe und Ordnung gesorgt hatte und von den Mitmenschen sehr geschätzt wurde. Der Polizist diente der Statue als reelles Vorbild.

Danach liefen wir zu Stockmann. Stockmann erinnerte mich stark an den Aufbau Karstadts. Unten gibt es einen Supermarkt, der erstaunlicherweise preiswerter war, als die normalen Supermärkte. In den oberen Stockwerken gab es Kleidung für Frauen, Männer und Kinder. Ich dachte eigentlich, ich könnte eine typische Süßigkeit von Stockmann ergattern, aber diese gibt es wohl nicht. Die Kette kauft wahrscheinlich nur ein und verkauft dann weiter, produziert aber nicht selbst.

Anschließend liefen wir zur Kathedrale von Oulu. Leider konnten wir diese nur von außen betrachten, weil die Kathedrale geschlossen war. Die meisten Finnen mit denen ich geredet hatte, meinten schon zu mir, dass der Herbst nicht gerade die beste Zeit sei, um nach Finnland zu fliegen. Vieles sehenswerte bleibt in dieser Zeit geschlossen, weil keine Saison ist.

Wir liefen danach über eine Brücke hiner der Hauptbibliothek Oulus und waren auf einer kleinen Insel namens Pikisaari. Im 17. Jahrhundert war dieser Stadtteil Oulus das Zentrum für den Holzbootbau. Es dauerte ungefähr nur eine halbe Stunde, bis wir das Ende der Insel erreichten. Dort gab es einen kleinen Shop, in den wir eigentlich reingehen wollten. Doch natürlich war er geschlossen.

Nach einer kleinen Mittagspause in einem chinesischen Restaurant, ging die Tour weiter. Wir wollten zu einem Schloss, in dem eine Ausstellung im Keller angepriesen wurde. Das Schloss war nicht sonderlich spektakulär. Diese sah eher aus, wie ein kleines rosanes Häuschen, als wie ein Schloss. Wer hätte das gedacht, es war geschlossen. Meine Kollegen erzählten mir später, dass das Schloss unter dem Häuschen ist. Es ist wirklich schade, dass ich dies nicht sehen konnte.

Als Nächstes wanderten wir im Schnee durch einige sehr schöne Parkanlagen. Wir erreichten eine kleine Fischereianlage, in der Lachse gefangen wurden. Als wir eine Brücke überquerten, kamen wir zum nächsten sehr schönen Park, der durch den Schnee noch schöner aussah. Wir beobachteten einige Enten, die sich an einer kleinen Stelle eines Sees sammelten, die nicht gefroren war. Anscheind dachten die Enten, dass wir ihnen etwas zu essen geben würden. Deshalb fingen diese an vorsichtig auf uns zuzumarschieren. Als die Enten aber bemerkten, dass wir kein Futter für sie haben, setzten die Enten sich in den Schnee.

Unserer nächster Stop war das Kunstmuseum, in dem wir uns wieder etwas aufwärmen konnten. Das Kunstmuseum präsentiert verschiedene Gemälde aller Art von jungen Künstlern. Dieses Museum ist sehr kostengünstig und sehr zu empfehlen.

Wir liefen zu einem nächsten Park, sahen einem Eichhörnchen dabei zu, wie es sein Futter suchte und fanden sogar in dem Park ein kleines Theater. Dieses Open-Air-Theater wird aber vermutlich nur im Sommer genutzt. Als wir dort waren, war das Theater komplett zugeschneit.

Nach diesen Touren waren wir komplett durchgefroren und am Ende unserer Kräfte. Deshalb stärkten wir uns in einem Café mit einem Kakao und liefen danach die Shoppingstraße entlang. Meine Mitbewohnerin wollte eine gute Winterjacke haben, die wir am Ende des Tages erfolgreich gefunden hatten.

Zum Schluss liefen wir wieder zurück zum Hauptbahnhof. Nach dem der Zug mit einer halben Stunde Verspätung ankam, konnten wir unsere Heimreise nach Rovaniemi antreten und später müde und erschöpft ins Bett fallen.

Meine vorletzte Woche

Am Montag bekam ich eine kleine Einführung in die Administrationstätigkeiten. Ein Kollege, der zuerst IT gerlent hatte und sich dann zum Informationsspezialisten weiterbilden ließ, ist für die Bearbeitung der Datenbanken Joulukka und Nelli  verantwortlich. Dieser überprüft die Datenbanken, wenn Fehler auftreten oder muss zur Stelle sein, wenn die ganze Datenbank zusammenbricht.

In Zukunft sollen die wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken des Landes in der Datenbank „FINNA“ vereint werden. Mein Kollege ist bisher froh, dass die Lapin Yliopisto Kirjasto, eine der letzten Bibliotheken ist, die an diesem Projekt teilnehmen wird. Der Gedanke dabei ist, alle finnsichen Datenbanken zu einer Datenbank zusammenzufassen und den Benutzern den Umgang mit den Datenbanken zu erleichtern.

Eine meiner Aufgaben dieser Woche bestand erneut darin, die Dissertationen im Magazin zu überprüfen, ob Originale mit Dubletten vertauscht wurden. Dabei überprüfte ich auch, ob die Dissertationen in der richtigen alphabetischen Reihenfolge eingestellt wurden.

In dieser Woche suchte ich Medien, die der Bibliothek geschenkt wurden, in der Datenbank Joulukka. Wenn ein Buch vorhanden war, legte ich es beiseite, weil die Bibliothek keine Dubletten haben möchte. Falls das Buch nicht vorhanden war, entschied ich, ob das Buch in der Datenbank aufgenommen werden kann. Entschied ich mich für ein Buch, verknüpfte ich dieses mit dem Bibliotheksprogramm ALEPH.

Am Dientag und Mittwoch machte ich erneut eine Bibliotheksrundreise in den Bibliotheken für angewandte Wissenschaften in Rovaniemi, Kemi und Tornio.

Am Freitag durfte ich das erste Mal am Circulation Desk mithelfen. Zuerst wurde mir das Patron-Voyager Programm kurz erläutert. Danach holten meine Kollegin und ich die zurückgegebenen Bücher aus einer Kiste, die vor dem Eingang der Bibliothek steht. Die Studenten haben durch diese Kiste die Möglichkeit außerhalb der Öffnungszeiten die Medien zurückzugeben. Diese Bücher buchte ich zurück, in dem ich die Sicherung durch ein Gerät aktivierte und das Buch zurückbuchte. Im Voyager-Programm wird angezeigt, wo das Buch hingehört. Die Bücher der Lapin Yliopisto werden grob sortiert in einem Regal einsortiert. Falls eine Reservierung auf dem Buch ist, wird der Zettel in das Buch gelegt und in das Bereitstellungsregal eingestellt. Die Studenten und Mitarbeiter können sich selbst ihre Reservierungen abholen. Außerdem gab es einige Bücher, die in andere Bibliotheken versandt werden. Deshalb legte ich die Medien, in die dementsprechende Transportkiste der jeweiligen Bibliothek.

Danach saß ich den Vormittag am Circulation Desk. Die meisten Studenten wollten ihre Bücher ausleihen oder zurückgeben oder ihre Kontogebühren begleichen. Diese Woche ist allerdings die Herbstwoche, weshalb in der Bibliothek nicht wirklich viel los war. Allerdings kamen einige Studenten um sich kleine Whiteboards auszuleihen, damit diese während ihres Exams Stichpunkte darauf festhalten können.

Nach diesem Tag endete meine Woche auch schon wieder und ich trete nun mein letztes Wochenende in Rovaniemi an.

Kemi & Tornio

 

P1030315

Gestern fuhr ich mit dem Zug (ich musste leider zum Hauptbahnhof laufen!) nach Kemi, um die drei Bibliotheken für angewandte Wissenschaften (Kosmos, Health Care, Minerva) kennenzulernen. In Kemi wurde ich am Bahnhof von einer Bibliothekarin namens Aniita abgeholt. Mit dem Auto fuhren wir zuerst zu der Kosmos Bibliothek.

Nach dem ich meine Sachen abgelegt hatte, wurde mir natürlich erst einmal ein Kahvi angeboten. Ich erzählte erneut einiges über meine Person und was ich bisher in Finnland alles erlebt hatte. Außerdem erzählte ich ihnen, dass es in Rovaniemi geschneit hatte. Kemi hatte der Schnee noch nicht erreicht. Aber viele Finnen gehen erst zum Reifenwechsel ihrer Autos, wenn der Schnee erst wirklich da ist. Die meisten meiner Kollegin nahmen sich das für ihren Nachmittag vor. Wenn es in Rovaniemi schneit, dauert es auch nicht mehr lang, bis es in Kemi schneit.

Anschließend zeigten mir meine Kollegin die Kosmos-Bibliothek. Im Moment hat die Bibliothek ungefähr 100 000 Medien, die für alle Studenten und Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Es werden Medien über Technik, Medizin und Kunst ausgeliehen. Die Kosmos-Bibliothek hat zudem einen umfassenden Bestand an Zeitschriften über Kunst und Technik.

Im Magazin stehen die Disserationen. Der Raum wurde den Studenten zur Verfügung gestellt, damit diese mehr Ruhe für ihre Arbeiten haben. Die Kantine, die nur ein paar Schritte von der Bibliothek entfernt ist, verursacht viel Lärm und die Studenten haben kaum die Möglichkeit in ruhiger Atmosphäre zu arbeiten. Der Raum selbst wurde von Kunststudenten mit aus Büchern gefalteten Äpfeln und Blumen dekoriert. 

Nach diesem Rundgang ging es mit dem Auto weiter zur Health Care Bibliothek. Diese Bibliothek stellt ausschließlich Medien über das Fach Medizin zur Verfügung. Angehende Krankenschwestern oder Ärzte haben dort die Möglichkeit in Gruppen oder einzeln zu lernen. Die Bibliothek bietet außerdem jede Zeitschrift an, die das Thema Medizin behandelt.

Hiernach fuhren wir mit dem Auto nach Tornio. Nach dem ich in einem Restaurant von Aniita zum Essen eingeladen wurde, liefen wir zur Minerva Bibliothek. In dieser Bibliothek gibt es erneut einen umfassenden Bestand an Technik, Kunst und Medizin und sogar Belletristik. Außerdem bietet die Bibliothek noch Kassetten an, in der Hoffnung, dass diese wieder moderner werden.

Anschließend fuhren wir mit dem Auto wieder nach Kemi. Ich hatte noch eine Menge Zeit bis mein Zug kam, deshalb wollte ich noch ein wenig von der Stadt sehen. Aniita, war wirklich sehr lieb und fuhr mich mit dem Auto zu verschiedenen Orten.

Der erste Besuch war das Edelsteinmuseum. In dem Museum wurden verschiedenste Edelsteine, wie Topasse, Rubine, Amethysiten oder Bergkristalle vorgestellt. Außerdem ist dort die Krone der englischen Königin und die Halskette der Marie Antoinette ausgestellt. Allerdings nur Kopien, die aber so gut nachgestellt wurden, dass diese kaum vom Original zu unterscheiden sind.

Des Weiteren wird die Krone des finnischen Königs als Original dort ausgestellt. Als Finnland am 6. Dezember 1917 die Unabhängigkeit erklärte, war nicht klar, welche Staatsform Finnland zukünftig haben würde. Am 9. Oktober 1918 fiel die Wahl des Parlamentes auf den deutschen Sozialdemokraten Friedrich-Karl von Hessen-Kassel. Dies verstärkte die Bindung zwischen Deutschland und Finnland. Nach der Niederlage Deutschlands im 1. Weltkrieg war ein deutscher Fürst in Finnland allerdings nicht mehr akzeptabel. Friedrich-Karl dankte am 14. Dezember 1918 ab. ich fand es sehr interessant in dem Museum mehr über die Geschichte Finnlands und die sehr kurze Amtszeit Friedrich-Karls erfahren zu können.

Nach dem Besuch dieses Museum gab es einen Shop und natürlich musste ich wieder zugreifen. Nun habe ich ein unechtes Edelsteinei und ein Rentierkuscheltier.

Darauffolgend fuhren wir mit dem Auto zu dem Eisbrecher Sampo. Das Schiff wird im Sommer als Restaurant genutzt. Im Winter haben Touristen die Möglichkeit mit dem Schiff die Ostsee zu durchbrechen, wenn diese gefroren ist. Außerdem werden im Winter Touren angeboten, in denen die Touristen die Möglichkeit haben, in der Ostsee eiszubaden. Na dann viel Spaß :p.

Wir fuhren danach zum Stadthaus von Kemi, dass eine Höhe von ungefähr 51Metern hat. Ich hätte bestimmt einen wirklich schönen Ausblick auf Kemi und die Ostsee gehabt, wenn die Türen nicht verschlossen gewesen wären. Kemi ist nicht wirklich eine Touristenstadt, weshalb alle Läden zwischen 4 und 6 Uhr schließen.

Ich hatte immernoch etwas Zeit bis mein Zug fuhr, deshalb zeigte mir Aniita einige Kirchen (natürlich alle geschlossen) und die drei Hafen von Kemi.

Anschließend machten wir eine kleine Shoppingtour, in der ich ein paar schöne Dekosachen von einem typisch finnischen Hersteller kaufte und Aniita eine Jeans. Außerdem zeigte sie mir einen Shop, der neu eröffnet wurde. Dort kann sich jeder Tüten nehmen und verschiedene Arten von Nüssen oder Tee probieren. Natürlich konnte ich nicht ohne ein paar Nüsse und einem finnischen Tee den Laden verlassen.

Zum Schluss meiner Kemi/ Tornio-Reise gingen wir noch in den Supermarkt, wo Aniita ihre Einkäufe erledigte und ich mir etwas zu trinken für die Zugreise kaufte.

Als der Zug nach einer halben Stunde Verspätung eintraf, verabschiedete ich mich von Aniita und bedankt mich ganz herzlich für den schönen Tag. Müde und erschöpft ging es wieder zurück nach Rovaniemi.

Lumi

P1030291

Na wer hätte das gedacht. Nach dem ich noch die ganze Zeit gehofft hatte, vom Schnee (finnisch Luma) verschont zu werden, gab es vor etwas einer Stunde den absoluten Wintereinbruch.

Als meine australische Freundin auf einmal rumschrie, dass es schneit, hatte mich das im ersten Moment nicht wirklich interessiert. Schließlich ist es nicht das erste Mal für mich das es schneit. Einige Schneeflocken kamen schon den ganzen Tag zum Vorschein, aber es hatte nicht wirklich geschneit. Doch nach dem alle rausrannten, wurde ich doch etwas neugierig. Es war gerade mal eine halbe Stunde her, seit ich vom Einkaufen zurück kam und in meinem Zimmer saß. Doch in dieser Zeit hatte es so heftig geschneit, dass ich den Weg zu unserer Wohnung nicht mehr erkennen konnte.

Doch Emily, die Australierin, freute sich wie ein Kind. Sie sprang im Schnee herum, baute Schneekugeln und machte Schneeengel im Schnee. Ich muss wohl dazu sagen, dass das das erste Mal in ihrem Leben ist, dass sie Schnee sieht.

Nachdem wir nun alle unseren Spaß in dem ersten Schnee diesen Jahres, und dazu in Lappland, hatten, gingen wir alle halb erfroren wieder zurück ins Haus und machten uns Tee um uns wieder aufzuwärmen.

Allerdings fahre ich morgen nach Kemi und werde wohl die 2 Kilometer zum Hauptbahnhof laufen müssen.. Vielleicht ist der Schnee morgen aber auch schon wieder weg.

RAMK

Heute durfte ich einen Tag lang in der Bibliothek der RAMK verbringen. RAMK bedeutet Rovaniemen ammattikorkeakoulu (Universität für angewandte Wissenschaften). Die Bibliothek dient der Forschung und Entwicklung für alle Mitarbeiter und Studenten. Die Studenten können Materialien über Tourismus, Medizin und Informationstechnik in der Bibliothek ausleihen.

Am Morgen fuhr ich mit dem Fahrrad zu der RAMK-Bibliothek, die nur unweit von der Lapin Yliopisto entfernt ist. Ich wurde herzlichst von einer Mitarbeiterin begrüßt. Danach wurde mir die Signatur der Bibliothek erklärt, die sich etwas von der Signatur der Lapin Yliopisto Kirjasto unterscheidet.

Danach wurde mir wieder ein Kahvi und ein Pulla angeboten, den meine Kollegin extra für mich gebacken hatte :). Nachdem mir einige Fragen über meine Arbeitsstelle, meinen Wohnort und meiner Person gestellt wurden, durfte ich einige reservierte Bücher heraussuchen.

Nach dieser Aufgabe erzählte mir eine Informationsspezialistin etwas über ihre Arbeit und das Unterrichten der Datenbanken. Dazu hatte sie einige Power-Point-Präsentationen die sie mir im Schnelldurchlauf zeigte, damit ich wenigstens einen kurzen Überblick über ihre Tätigkeiten hatte. Außerdem haben wir im November, wenn ich wieder in der Schule bin, ein Projekt, in dem wir Klassen unterrichten können. Ich hielt es für eine sehr gute Idee, sie nach einigen Tipps zu fragen.

Anschließend ging ich mit ein paar Kollegen in der Kantine essen. Ich aß Kartoffeln mit Fisch, beides zusammen gerührt zu einem Auflauf. Klingt merkwürdig, ist aber typisch finnisch und schmeckt wirklich lecker.

Nach dem Essen erklärte mir eine nächste Kollegin etwas über die elektronischen Zeitschriften. Viele Zeitschriften werden von den Studenten kaum gelesen, deshalb machte sie eine Statistik, um zu entscheiden, welche Zeitschriften weiter verkauft werden und welche nicht. Außerdem erklärte sie mir, dass es in der LUC Gruppe fünf Standorte für angewandte Wissenschaften gibt. Diese sollen im nächsten Jahr zusammen geführt werden. Deshalb muss sie sich um die Überbearbeitung der Datenbank kümmern und überlegen, welche Medien die Bibliothek behält und welche nicht.

Weiterhin zeigte mir die Kollegin, die für diesen Tag für mich zuständig war, die Universität. In der IT-Abteilung zeigte mir ein Herr, wie die Studenten gemeinsam Spiele und Animationen entwickeln. Die Studenten arbeiteten diesmal an einem Projekt, in dem diese eine Stadt im Norden Finnlands visuell darstellten. Dieses Projekt wird an die Forsterei weitergeleitet, damit diese ungefähr wissen, welche Bäume die Förster fällen können und welche nicht.

Schließlich zeigte mir meine Kollegin, den Raum, in dem die Ärzte und Krankenschwestern ausgebildet werden. Alles ist wie in einem Krankenhaus aufgebaut. Die Betten sind aus einem Krankenhaus, die Medikamente, die Blutdruckmesser, einfach alles, bis auf die Puppen. Aber ich finde, dass das eine wirklich sehr gute Möglichkeit ist, um einigermaßen an das reale Leben als Arztes oder als Krankenschwester herangeführt zu werden.

Anschließend durfte ich einige Bücher in der Bibliothek einstellen und Zeitschriften folieren.

Zum Schluss meines Tages in der RAMK-Bibliothek wurde mir das Voyager Programm am Circulation Desk ein wenig erklärt. Außerdem bekam ich eine Mappe aus der Bibliothek mit den Nordlichtern geschenkt. Ich bedankte mich ganz herzlich für den schönen Tag und fuhr wieder nach Hause.